Startseite

Stammbaum
Stammbaum 2
Familienbilder
Personen

Briefe und Dokumente

Namen
Orte
Spuren
Alte Adressen
Seitenlinien






 

 

 

 


Zuletzt bearbeitet:
04.03.2007

 

Amalie Rzychon

*11.4.1908 Gleiwitz
+16.12.2004 Bonn


1933


ca. 1936-37

Tochter von Theodor Adalbert Sowada und Agatha Dorothea Drewniok. Die Mutter starb, als Amalie 2 Jahre alt ist (1910). Der Vater heiratet erneut. Die Stiefmutter Mathilde Pawellek behandelt die Kinder ihres Mannes aus erster Ehe schlecht: "Eine Stiefmutter, wie sie im Buch steht."

In ihrer Jugend schickt sie der Vater auf ein Lyzeum, eine höhere Schule für Mädchen, worauf Amalie später sehr stolz ist. Der Vater richtet ihr als Erwerbsgrundlage in Leipzig ein Konfitürengeschäft ein, dass aber nicht besonders gut geht. 1933 heiratet Amalie Karl Rzychon, der wie ihr Vater Eisenbahner ist und als Lokomotivführer arbeitet. Amalie arbeitet als Haushaltshilfe bei der jüdischen Familie Wolf. (Diese schickt ihr nach dem Krieg einen Beschäftigungsnachweis für die Rente aus Israel).



Amalie mit Sohn Werner auf einer Müttererholung, ca. 1936-37.Foto groß

Amalie und Karl haben vier Kinder: Werner Engelbert, Helga-Maria, Erhard Theodor und Wolfgang Josef.

Kurz vor dem Einmarsch der Roten Armee, 1945, flieht die Familie mit einem Sonderzug der Reichsbahn für Eisenbahner und Angehörige aus Gleiwitz mit dem Ziel Dresden. Da Dresden mit Flüchtlingen überfüllt ist, wird der Zug nach Zwickau umgeleitet. Nach der Bombardierung Zwickaus ist die Familie zunächst in einem Dorf im Riesengebirge untergebracht, kehrt später aber nach Zwickau zurück. Karl arbeit weiter als Lokführer und wohnt längere Zeit getrennt von der Familie in Berlin in einem Wohnwagen.



1954 verliert die Familie zum zweiten Mal ihr komplettes Hab und Gut, als die über die Ufer getretene Mulde beim Hochwasser von 1954 ihre Wohnung überflutet.

Mit Hilfe ihrer Freundin Lene Grabisna, verh. Leppich, bekommt Amalie Kontakt nach Bad Godeberg, heute Bonn-Bad Godeberg, schickt zunächst ihre Tochter Helga dorthin und übersiedelt dann vor dem Bau der Mauer mit der ganzen Familie nach Bad Godesberg, wo sie zunächst in der Burgstr. wohnen und schließlich in die Frascatistr.2 umziehen.

Während Karl keine Anstellung mehr erhält und Frührentner wird, arbeitet Amalie als Haushaltshilfe bei einer Angehörigen der englischen Botschaft (Miss Clement).

Im Alter von etwa 82 Jahren beginnt Amalie an rasch zunehmender Altersdemenz zu erkranken und verlebt über 10 Jahre in geistiger Umnachtung. Sie stirbt am 16. Dezember 2004 in einem Pflegeheim in Bonn-bad Gdesberg.


Amalie auf der Feier zu ihrem 80sten Geburtstag (1988)