Startseite
Stammbaum
Personen
Adressen
Familienbilder
Briefe



Zuletzt bearbeitet
10.05.2005
 


Ostroppa (Stroppendorf)

Dorf in der Nähe von Gleiwitz, später eingemeindet.

"Ostroppa, das 1534 Stroppendorf genannt wird, heißt in Schönwald schtrepedrof"

Karte von Ostroppa


Ostroppa

"Die ersten Siedler sind wahrscheinlich aus dem Süd-Osten Europas in Ostroppa (Stroppendorf) sesshaft geworden. Sie lebten vom Fischfang, (die Wiesen waren Teiche), der Jagd- und Feld -Wiesenwirtschaft. Der Name des Dorfes (Ostroppa) und des Flusses (Ostroppka, deren Quelle sich bei Cygan befindet) beziehen sich wahrscheinlich auf die Achsenfährte (Pferdewagenspur) die von Gleiwitz (Chlewice) nach Ratibor durchs Dorf führte. (Das Wort Ostroppa zerlegt aus dem Slawischen Os = Achse und troppa = Fährte)

Die ersten Bauernhöfe: Klyszcz, Kuwaczka, Gorka, Rzepka, Korzuszek, Kaluza, Kallnik, Kowol, Konieczny, Makosch entstanden während der Christianisierung um 900 längst der Ostroppka. Einige Namen wie Cygan, Nowak, insbesondere Magiera ( Magyar-also Ungarn) weisen darauf hin, das sie wahrscheinlich aus Ungarn (Pannonien) oder Czech, Babiuch, Hajok, Holewa, Hollik, Otzik, Jonda, aus dem Böhmisch-Mährischen gekommen sind . Als im 13 Jahrhundert Schönwald von Deutschen aus Franken und Hessen besiedelt wurde, sind auch einige wie Gillner, Hensel, Faber, Puscher, Kampe nach Ostroppa gekommen. Die Chronik von Ostroppa aus dem Jahre 1564 berichtet:

Zu dieser Zeit hatte Ostroppa 51 Wirtschaften, darunter 12 Bauern, 18 Halbbauern, 25 Viertelbauern, 4 Gärtner, 1 Schmied, und 1 Gastwirt. Wenn wir annehmen, dass in einem Haushalt etwa 6 Personen gelebt haben, dann lebten ungefähr 300 Bewohner in Ostroppa. Als die Pest im Jahre 1638 ausbrach, waren es nur 20 überlebende Dorfbewohner.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wandelte sich allmählich Ostroppa zu einem Arbeiterdorf, die Kulturstätte des Ortes war die Kirche. Gleichzeitig entstanden einige Kleinbetriebe wie die Dampfziegelei auf dem Grundstück des Guten Silber, eine Wassermühle der Fam. Slomka, die vom Wasser der Ostroppka betrieben wurde, zwei Schmieden, eine Pantoffelmacherei, eine Schuhmacherei, eine Schneiderei, eine Stellmacherei und andere Einmannbetriebe. Die alte Schrotholzkirche '' Sankt Georg '' wurde wahrscheinlich um 1640 gebaut. Am 11 August 1925 wurde der erste Spatenstich für den Bau der hl. Geistkirche in Ostroppa getan, am 25. November des selben Jahres der Grundstein gelegt, und am 25 September wurde die Kirche eingeweiht. Die Dorfbewohner haben aus Geldmangel am Bau der Kirche fleißig mitgewirkt. Sie haben Arbeiten im Wert von 80.000 Mark geleistet, bis Mitte des Jahres 1927 waren es 3.698 Tagesschichten.

 




Während der Schlesischen Aufstände im Sommer 1920, nach dem Einzug der Alliierten, besetzten die Polen Ostroppa. Sie gründeten eine polnische Landwirtschaft und einen Gesangverein. Die Gemeindeverwaltung war in polnischer Hand, aber der Pfarrer und die Lehrer standen fürs Deutschtum ein. Unter der Bevölkerung entstanden Spannungen, den Polen ist es gelungen, ein Teil der Bewohner umzustimmen. Am 20. März 1921 kam es zu Abstimmung. In Ostroppa gab es 1.530 Abstimmungsberechtigte und 78 Emigranten ( Auswärtige). Für Polen stimmten 937, für Deutschland 659. Entscheidend aber war das Abstimmungsergebnis über ganz Oberschlesien, was eine Zweidrittelmehrheit für Deutschland ergab, ein enttäuschendes Ergebnis für die Polen und Alliierten (Franzosen). In aller Stille hatten die Polen sich auf den dritten Putsch vorbereitet. Durch den Genfer Schiedsspruch 1922 wird Ost-Oberschlesien vom Deutschen Reich abgetrennt. Dabei fallen Kattowitz und Königshütte, die mit etwa 82 bzw.74% für Deutschland gestimmt haben, an Polen. Das Deutsche Reich büßt 79% der Steinkohlenförderung, 66% der Blei- und Zinkerzeugung sowie 75% der Stahlerzeugung ein.

Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialistische Arbeiterpartei wurde der Einfluss des Kommunismus, der in Ostroppa sehr stark war, endgültig gebrochen. Die Straßennamen wurden wieder geändert, (Ostroppa auf Stroppendorf umbenannt ) viele haben sich umbenennen lassen. Die Arbeitslosen hatten wieder Beschäftigung.

Am 25. Januar 1945 wurde Ostroppa von russischen Panzertruppen besetzt. Acht deutsche Soldaten sind in der Umgebung gefallen. Bis Januar 1945 sind 146 gefallende Soldaten aus Stroppendorf gemeldet worden. In dieser Zeit sind auch 28 Zivilisten zu Tode gekommen. Kurz nach Besetzung drängten etliche polnisch gesinnte Stroppendorfer in die neue polnische Gemeindeverwaltung und die aus Schönwald stammende Familien mussten 1946 Ostroppa verlassen...

 


Personen mit gleichem Namen aus Ostroppa und Zedlitz im Jahre1931

51- Hajok 13 - Borszcz 6 - Cimander, Kuwatzka
41- Gorka 12 - Chudoba,Timmler, Schoepe 6 - Polewka,Przybilla
39 - Jonda 11 -Goldmann,Kaczmarczyk,Rozanski 5 - Banaschik,Faber,Kaluza, Slomka,Kasche
39 - Magiera 10 - Czieschowitz, Konieczny 5 - Kleszcz, Kosubek,Oprzonek, Dlugosch,Osietzki, Stronk
35 - Dylong 9 - Kallnik, Walke 4 - Babiuch, Dyballa, Froß, Lepiorz, Baletzka,Kopia
21 -Ludwig, Swienty, Rückert 9 - Kielsich, Schombierski 4 -Waszkiewitsch, Konietzke, Myslowski,Mikno
20 - Rzepka,Wieczorek 8 - Polanetzki. Sobel 4 -Okraczka, Schwestka, Zuber, Oczko
17 - Gillner, Foit 8 -Rusin, Wietschorke 4 - Peschke, Gorzawski. Czypek, Kionka
16 - Dziwisch, Makosch

 

Zitiert nach http://de.geocities.com/gajdziki/ ,dort zitiert nach "Chronik von Stroppendorf"


 




Die Holzkirche von Ostroppa